2016-08-14

August 2016

Wieder vereint
Gestern gab es wieder mal was „Besonderes“ - man hat uns eines unserer Räder geklaut. OK, zum Teil waren wir wahrscheinlich selber schuld, haben das Rad nicht abgeschlossen vor dem Supermarkt stehen lassen, aber das war bisher in SavuSavu noch nie ein Problem. Als wir aber gestern nach 10 Minuten aus dem Supermarkt raus gekommen sind, da war es einfach weg! Erst mal gab es lange Gesichter und viel: das können sie mir nicht antun, was tu ich denn ohne mein Radl?? Aber alle Beschwörungsformeln und Flüche haben es nicht wieder auftauchen lassen. Also hab ich mir Heinz Rad geschnappt und bin leicht angefressen in unsre Marina geradelt, hab dort die klatschnassen Squash Sachen eingeweicht, die Butter eingefroren und die Eier behutsam abgelegt – das Essen hat immer Vorrang! Dann bin ich mit Heinz Rad zur Polizei, praktischerweise ist die ja gleich über die Straße. Ich also rein und sag: Man hat mir mein Rad geklaut, ich will Anzeige erstatten. Fast hab ich die Gegenfrage schon geahnt: das Rad, das ich da eben an die Mauer gelehnt hätte?? NEIN, das ist nur Anschauungsmaterial, meines sieht ganz gleich aus. Ach so... Einer der Polizisten hat sich dann umgedreht und ist weggegangen, hat mich nicht weiter erstaunt, nach den ganzen Einbruchsgeschichten im letzten Jahr hatten wir ja schon einschlägige Erfahrungen mit der hiesigen Polizei gesammelt und diese Erfahrungen waren – sehr nett und höflich ausgedrückt – gar nicht gut. Der will mit der Touri Tussi nichts zu tun haben und geht einfach, war meine Annahme. Also hab ich der Dame hinterm Schalter alles diktiert, Name, Telefonnummer, wie sah das Rad aus usw. Dauert alles ewig aber da muß man durch. Kaum sind wir fertig mit der Fragerei und dem Diktat, geht der Funk los: irgendwas auf fijianisch, was kann ich nicht verstehen. Da strahlt mich die Polizistin an und sagt, sie hätten mein Rad schon gefunden! Erste Reaktion meinerseits war ungläubiges Staunen und ich denke, mein Gesichtsausdruck war  noch weniger intelligent. Ich solle Platz nehmen,  das Auto würde mich holen kommen um zum Rad zu fahren oder sie brächten es gleich mit! Zum Glück saß ich schon, es hätte mich sonst einfach umgehauen! Da kam auch schon der Pick up hupend ums Eck mit und 4 strahlenden Polizisten drinnen und der Kriegsbeute hinten drauf. Ich hab mich hundert Mal bedankt und bin heute noch fassungslos: mein Radl war nicht mal eine Stunde gestohlen!!  Ein kleiner Bub hätte es im Straßengraben gefunden und mitgenommen. So sah das Rad auch aus, der Sattel war ganz unten und es war dreckig ohne Ende. Wie es dorthin kam und wieso die Polizei es so schnell gefunden hat – keine Ahnung, ist aber auch egal, Hauptsache es ist wieder da!! Ein zweites Schloß ist schon bestellt, nochmal laß ich mir mein Radl nicht so einfach klauen!

Fußpumpe mit gebrochener Feder - mal wieder!
2016-08-21 Yachtzubehör ist leider sehr oft völlig überteuert, die Hersteller gehen wohl von der irrigen Annahme aus, daß wer ein Boot hat auch ein Millionär sein muß. Wenn wenigstens die Qualität stimmen würde, wäre das ja noch irgendwie OK, aber oft genug bekommt man trotz fürstlicher Preise trotzdem nur unausgegorenes Zeug. Daher versuchen wir normalerweise Produkte aus dem Yachtzubehör zu vermeiden wo immer es möglich ist und suchen Lösungen mit Materialien, die man in jedem Hardware Store so bekommt.
Das geht aber nicht immer, manche Teile sind einfach zu speziell und es gibt außerhalb der Bootszene einfach wenig Anwendungen. Fußpumpen gehören leider zu dieser Gruppe, bei uns an Bord sind die sehr praktisch, wir haben in der Küche eine für Süß- und eine für Salzwasser installiert, so braucht man keinen Strom und hat trotzdem beide Hände frei, wenn man Wasser braucht. Soweit so gut, leider baut die in der Branche renommierte Firma Whale in ihre Fußpumpen Federn ein, die alle 2-3 Jahre einfach durchrosten und heute war es wieder soweit – die Feder ist noch keine 3 Jahre alt und war an 5 (!) Stellen gebrochen. Warum baut eine bekannte Firma, in eine Pumpe die speziell für Yachten gebaut wird, Teile ein, die kein Salzwasser vertragen? Ist es ganz gewöhnliche Unwissenheit oder einfach nur die heute leider allgegenwärtige Gier nach dem maximalem Gewinn? Mein Tipp ist zweitere Option, traurig ist es allemal.
Die Feder ist an 5 Stellen durchgerostet
Die Firma Whale findet sich übrigens in guter Gesellschaft, zum Beispiel baut die Firma Rule eine Serie  Bilgenpumpenschalter mit normalem Kupferdraht, statt mit verzinnten Kabel, wie es sich auf einem Boot gehört. Auch Yanmar und Volvo, mit die größten Produzenten von Marine Diesel Motoren verbauen normale Kupferkabel um sich ein paar Cent zu sparen. Die Firma Pfeifer aus Deutschland baut Umlenkblöcke für Genuaschoten, wo sich eine Aluminiumrollen auf einer Edelstahlachse drehen soll. Das sich diese Materialien in Salzwasserumgebung nicht vertragen weiß jeder Segler – das Alu korrodiert in kurzer Zeit und die Rolle steckt fest.
Ich könnte noch stundenlang weiter aufzählen, aber ich denke, ich habe euch für heute genug gelangweilt.


2016-07-24

Juli 2016

In SavuSavu ist wieder Ruhe eingekehrt
2016-07-24 Der Juli war bisher erschreckend ereignislos. Das Wetter ist gut und die meisten Segler sind unterwegs. Die Mambo und die Stravaig sind nach Vanuatu gesegelt, die Optimist treibt sich gerade in der Gegend von Lautoka rum und auch sonst sind die meisten der alten SavuSavu Gruppe jetzt unterwegs – sogar die letzte Vollmondparty ist deswegen ausgefallen. Und wir bleiben da! Es ist noch so viel Arbeit hier, es wäre einfach dumm die Gelegenheit die Bordkasse etwas aufzupäppeln nicht zu nutzen. So bin ich fast jeden Tag unterwegs, repariere alles mögliche und unmögliche und bin nur selten Zuhause.
Das Mooringtauchen ist gerade auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt – die Marina hat wieder mal kein Geld um die Taucher oder den Schweißer zu bezahlen. Ich schätze mal, daß nicht alle Moorings vor der Cylon Saison fertig werden, aber was soll man machen.
Wenigstens der Steg macht langsam Fortschritte. Benny und seine Helfer haben die Holzarbeiten fast fertig.
In SavuSavu sind die Spuren des Cyclons auch langsam verschwunden. Ab und zu sieht man noch ein Haus mit Sturmschäden, aber der Großteil der Hausbesitzer ist mit den Reparaturen fertig. Auch am Obst- und Gemüsemarkt hat sich die Situation normalisiert. In den Wochen und Monaten nach dem Sturm waren viele Sachen einfach nicht zu bekommen. Zum Beispiel gab es so gut wie keine Bananen oder Papayas – da hat es einfach die Stauden umgeblasen.